Monique McDonald

Soprano

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Alte Oper Frankfurt

Porgy and Bess

Der in Brooklyn geborene George Gershwin schrieb über 20 Musicals, die meisten in der Zeit zwischen 1919 und 1933. Doch nebenher arbeitete er auch an der so genannter „ernster Musik“, seine „Rhapsody in Blue“ wurde bereits 1924 in New York uraufgeführt, Gershwin war zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alt.

Zwei Jahre vor seinem zu frühen Tod wurde „Porgy and Bess“ in New York uraufgeführt. Nahezu alle Rollen waren von Schwarzen besetzt, ein Novum. Zudem hatten die wenigsten Bühnenerfahrung.

Gershwin selber bezeichnete „Porgy and Bess“ als eine Volksoper. Es ist jedoch ein Mix verschiedene Stile und wird deshalb auch gerne als Musical bezeichnet. Wer hierbei jedoch ein modernes Showspektakel mit großen Tanzszenen erwartet, wird schnell eines andern belehrt, trotz Gospels und symphonischen Jazzanlehnungen steht der opernhafte Gesamteindruck im Vordergrund.

Die noch bis Jahresende in der Alten Oper Frankfurt zu sehende knapp dreistündige Inszenierung des Harlem Theaters New York (in Zusammenarbeit mit Michael Brenner/BB-Promotion & Birk Events, Regie: Baayork Lee) orientiert sich dabei stark am Original und verzichtet auf eine zeitgemäße neue Interpretation. Für Liebhaber klassischen Musiktheaters eine Offenbarung. Denn keinerlei abstrakte Regie- oder Bühnenbildgestaltung liegt hier zugrunde.

Ein herunter gekommenes aber liebreizendes Südstaatenhäuserensemble in nostalgischer Verklärtheit mit dem Hafen im Hintergrund ist auf der kleinen Bühne in der Alten Oper zu sehen. Durch einfaches Drehen wechselt die Hausansicht der Catfish Row zu Serena's Zimmer (Bühne: Michael Scott). Das Orchester wurde im kleinen Graben vor der Bühne platziert. Unter der Leitung von William Barkhymer schafft es hervorragend, Gershwins außergewöhnlichen Klang in das Herz der Zuschauer zu transportieren (mit sehr dezenter Unterstützung durch Lautsprecher).

Was den Abend zu einem Hörgenuss allererster Güte werden lässt, ist die großartige Besetzung mit Marquita Lister als Bess und (erneut) Alvy Powell als Porgy. Lister gibt die Bess mit warmem, getöntem Sopran, die sowohl gesanglich wie darstellerisch überzeugt. Powell ist zwar aufgrund der Rolle eingeschränkter, seinem Spiel tut das aber keinen Abbruch. Mit viel Energie wirbelt er auf seinem Gefährt hin und her und singt dabei mit kraftvollem, balsamischen Timbre („I Got Plenty of Nuttin“).

Auch die anderen Rollen sind hervorragend besetzt, allen voran Monique McDonald als Serena mit ihrem innigen Vortrag von "My Man’s Gone No".
Stark wirken auch die Chorgesänge, wie bei Leavin' for de Promis' Land” (mit Bess/Marquita Lister) und „It Ain't Necessarily So" (mit Sportin' Life/ Larry Marshall).

Musiktheater wie viele es sich immer wünschen, mit erstklassigen Sängern traditionell schön inszeniert. 

    Markus Gründig, Dezember 04

http://www.kulturfreak.de/Besprechungen/Eigene_Besprechung/EigBesp_5/eigbespeeigbesp_5.html

 

Informationen zum Stück
2004 Dec 1

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